Minimal invasive Roboter assistierte (da Vinci®) YV-Plastik des Blasenhalses

Blasenhalsenge (Blasenhalsstenose)

blasenhalsklein

Unter einer Blasenhalsenge oder auch Blasenhalsstenose versteht man eine Verengung am Übergang von der Blase zur Prostata, so dass Urin nicht ungehindert aus der Blase abfließen kann. Symptome dieser Verengung sind ein abgeschwächter Harnstrahl. Ebenso können wiederkehrende Blasenentzündungen sowie Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen oder auch Blasensteine Zeichen einer Blasenhalsenge sein.

Angeborene Blasenhalsengen sind selten und werden häufig durch große Blasendivertikel begleitet. Die Ursache ist unbekannt.

In nicht wenigen Fällen treten Blasenhalsengen als Folge von operativen Eingriffen wie der TUR-Prostata [transurethrale Resektion der Prostata = endoskopische Entfernung von Prostatagewebes zur Behandlung des benignen Prostatasyndroms (BPS)] oder auch der radikalen Prostatektomie (komplette Entfernung der Prostata) beim Prostatakarzinom auf.
Dabei produziert der Körper im Zuge des Heilungsprozesses übermäßig stark neues Gewebe. Diese überschießende Narbenbildung führt zu einer ringförmigen Verengung des Blasenhalses mit beschriebenen Symptomen. Man spricht in diesen Fällen von erworbenen Blasenhalsengen.

Die Therapie richtet sich nach der Ursache der Blasenhalsenge. Bei einer angeborenen Blasenhalsenge wird diese, falls sie nicht auf medikamentöse Behandlung anspricht, zuerst endoskopisch (mittels einem Spiegelinstrument) behandelt. Dazu wird die Enge bei 4, 6 und 12 Uhr mit einem kalten Messer, einer elektrischer Schlinge oder (in unserer Klinik bevorzugt) mit dem Laser tief eingeschnitten. Ein Dauerkatheter wird für 3-5 Tage belassen. Falls ein Blasendivertikel vorhanden ist, wird dieses in einer zweiten Sitzung 3-4 Monate später, bevorzugt minimal-invasiv, klassisch laparoskopisch oder da Vinci® Roboter assistiert, entfernt.

Die Behandlung der erworbenen Blasenhalsenge umfasst zuerst endoskopische Eingriffe wie die Ballondillatation (Aufdehnung der Enge mittels eines flüssigkeits- oder luftbefüllbaren Ballonkatheters), eine Blasenhalsinzision (endoskopische Einkerbung des vernarbten Blasenhalses an mehreren Stellen) oder auch eine Blasenhalsresektion (endoskopisches Abhobeln des vernarbten Blasenhalses).

Sollte es zu einer erneuten Verengung des Blasenhalses kommen, muss die endoskopische Behandlung wiederholt werden. In der Regel werden 2-3 endoskopische Operationen als noch erfolgversprechend betrachtet.
Eine gleichzeitige Injektion eines Kortison Präparates im Bereich des behandelten Blasenhalses scheint die Häufigkeit des Wiederauftretens der Enge zu reduzieren. Eine postoperative Aufdehnung des Blasenhalses soll die gleiche Wirkung haben.

Als häufige Folge der Operation ist die retrograde Ejakulation zu nennen. Hierbei fließt der Samen beim Samenerguss in die Blase ab.

Sollten o.g. Behandlungsformen keinen dauerhaften Erfolg bringen, sollte über einen komplexen rekonstruktiven Eingriff wie die YV-Plastik des Blasenhalses nachgedacht werden. Hier handelt es sich um ein alt bewährtes operatives Verfahren zur Behandlung von Narben und kreisförmigen narbigen Engen. Hierzu wird zuerst die vordere Blasenwand Y-förmig eingeschnitten. Danach wird der dreieckförmige Zipfel an das untere Ende des vertikalen Schenkels gezogen, so dass eine V-Form entsteht.
Hierdurch wird ein vitales und gut durchblutetes Gewebe zwischen den beiden Seiten der tief eigeschnittenen Enge gebracht, was dem Wiederauftreten der Blasenhalsenge entgegenwirkt. Die folgenden schematischen Zeichnungen verdeutlichen die Technik.

yv_plastik

Dieses Operationsverfahren, offen chirurgisch durchgeführt, in der Tiefe des kleinen Beckens, ist technisch schwierig und für den Patienten belastend. So liegt es nahe, diese Operation minimal invasiv laparoskopisch durchzuführen. Hier kann besonders das Roboter assistierte Vorgehen mit dem da Vinci® System hervorgehoben werden, da es im Vergleich zur konventionellen Laparoskopie Vorteile bietet. So sind das präzise Nähen und die hier insbesondere wichtige schonende Gewebemanipulation im begrenzten Raum des Beckens durch den OP-Roboter deutlich erleichtert durchzuführen.

Die Klinik für Urologie, Kinderurologie und urologische Onkologie der Kliniken Essen-Mitte bietet seit Anfang 2013 als eine der ersten Kliniken Weltweit die minimal invasive Roboter assistierte YV-Plastik des Blasenhalses an.
Alle von uns operierten Patienten berichteten über mehrere endoskopisch durchgeführte Maßnahmen im Vorfeld ohne dauerhaften Therapieerfolg. Im Rahmen unserer eigenen Qualitätskontrollen, welche zum einen die Erfassung der relevanten Behandlungsdaten in einer eigens entwickelten Datenbank und zum anderen Patientenbefragungen im Anschluss an den operativen Eingriff beinhalten, konnten wir weder Komplikationen während des Eingriffes mit dem da Vinci® System feststellen noch berichteten unsere Patienten über schwerwiegende Komplikationen nach der Operation.

Sollten auch Sie an einer Blasenhalsenge leiden, können wir Ihnen in unserer Klinik ein breites diagnostisches und therapeutisches Spektrum anbieten. Gerne besprechen wir mit Ihnen im Rahmen unserer ambulanten Sprechstunden die möglichen Behandlungsmaßnahmen und finden mit Ihnen das für Sie geeignetste Therapiekonzept.

Weitere Informationen unserer Klinik finden Sie auf:

http://www.kliniken-essen-mitte.de/leistung/fachabteilungen/urologie-kinderurologie-und-urologische-onkologie/home.html

Weitere Informationen zu unseren da Vinci Operationen erhalten Sie auch auf:

http://www.davinci-operationen.de/index.html

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf:

Urologische Ambulanz: 0201 / 174-29051

Chefarztsekretariat Prof. Dr. D. Kröpfl: 0201 / 174-29001

Chefarztsekretariat Prof. Dr. S. Krege: 0201 / 174-29003

 

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